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Pathogenese: Die Einschmelzung des Gewebes erfolgt dabei durch Einwirkung von proteolytischen Enzymen, die von den Leukozyten oder – im Fall einer infektiösen Ursache – von den pyogenen Erregern gebildet werden.

Eiter hat eine unterschiedliche Viskosität (von dünnflüssig bis dick) und unterschiedliche Farben (von blassgelb bis grün und – im Falle von Pseudomonas-Infektionen – blau). Auch der Geruch hängt von der beteiligten Bakterienart ab; bei Infektionen mit E.coli riecht der Eiter nach Fäkalien.

Beispiele purulenter ErkrankungenBearbeiten

  • im Körper:

Haarbalg: Furunkel, Karbunkel; Abszess; Finger, Fingersehnen: Panaritium; Gewebespalten: Phlegmone; Körperhöhlen, Gelenke: Empyem, Pyarthros.

  • oberflächlich:

Impetigo contagiosa, Pyodermie

  • purulente Organerkrankungen:

Pyonephrose (vereiterte Hydronephrose)


Prinzipien der BehandlungBearbeiten

Wenn es irgendwie machbar ist, sollte eine Eiteransammlung entlastet werden, indem das Sekret abfließen kann. Hingegen bringt die Gabe von Antibiotika, z.B. beim Furunkel oder oberflächlichen Abszess, der durch einen Granulationswall vom Körper abgeschottet ist, meistens keinen Effekt. Das Medikament dringt gar nicht in die Eiterung ein. Bei anderen Eiterungen wie Phlegmonen, Empyemen u.a. ist die Situation anders; hier fürchtet man die septischen Begleiterscheinungen. „Ubi pus, ibi evacua“ – „Wo Eiter ist, dort entleere ihn“ – dieser Leitsatz hat v.a. im Kiefer- und Gesichtsbereich eine besondere Bedeutung, wo durch die Verbindung der dortigen Venen mit jenen des Gehirns die Gefahr einer Hirnvenenthrombose (Sinus-cavernosus-Thrombose) droht; siehe Furunkel bzw. hier.

Neben den üblichen Verfahren der septischen Chirurgie – Spalten eines Abszesses, Einlegen einfacher Drainagen – verwendet man sogar Spül-Saug-Drainagen, um eine Wundhöhle zu reinigen. Beim vereiterten Knochen (Osteomyelitis) wurden sogar Ketten aus nicht resorbierbaren Refobacin-haltigen Kunststoffperlen in die Höhlung gebracht, die man zu einem späteren Zeitpunkt wieder ziehen musste.


Pyogene Keime können wie alle Erreger eine Antibiotikum-Resistenz entwickeln und diese an andere Keime weitergeben. Durch Konzentration von Kranken (Keimbelastung) einerseits und die oft zu großzügige und einseitige Antibiose (Entwicklung von Resistenz) im Krankenhaus fürchtet man hier die Selektion hauseigener multiresistenter Problemkeime, die resistent gegen fast alle verfügbaren Antibiotika sind. Man spricht dabei vom „infektiösen Hospitalismus“. Die Strategie seiner Bekämpfung ist simpel, aber verständlicherweise nicht immer erfolgreich: Beipielhafte Hygiene und sparsame, sinnvolle (nur indizierte) und laufend bezüglich der Effektivität überprüfte Antibiotikaverordnung.

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